Mein Auslandsjahr

Wie fühlt es sich an, ein Jahr im Ausland zu wohnen?

Verrückt und normal. Abenteuerlich und alltäglich. Einfach und herausfordernd.

Vielleicht wäre das ein guter Anfang um die Frage zu beantworten, aber damit hätte ich auch noch nicht alles gesagt, denn da ist so viel mehr, was sich schwer in Worte fassen lässt.

Auf der einen Seite, das ist keine Überraschung,  vermisst du besondere Menschen. Es kann manchmal schrecklich sein, wenn du weißt, dass du nur eine Umarmung von der richtigen Person brauchst um dich gleich viel besser fühlen zu können, aber  du genau weißt, dass es aufgrund der Distanz nicht so schnell möglich ist. Die einzige Möglichkeit ist mit deinen Lieben zu skypen oder zu facetimen, was aber eine Umarmung oder ein Gespräch im echten Leben nicht ersetzen kann.

Oder wenn du dich einfach nur verloren in der Schule fühlst, weil jeder weiß was er tut und wo er hin muss und du einfach keine Ahnung hast, was du hier eigentlich machst. In genau diesen Situationen, in denen du dich fragst warum du das machen wolltest, fallen dir keine überzeugenden Gründe ein. Solche Zweifel, warum man bestimmt Dinge macht, können natürlich auch vorkommen, wenn du zu Hause in deinem gewohnten Umfeld bist, aber meiner Erfahrung nach erlebt man es in einem anderen Land intensiver (es ist schneller nahe des „Weltuntergangs“).

Das gehört alles zu einem Auslandsjahr dazu, aber da kommt schon die Sehnsucht auf, einfach nur nach Hause zu gehen, wo du weißt wo alles seinen Platz hat, es riecht wie du es gewohnt bist, es das übliche Essen gibt und wo deine Familie nicht weit entfernt ist.  Du suchst nach irgendetwas Bekanntem hier in der Fremde.

Vor dem Auslandsjahr wusste ich es noch nicht, aber glaubt mir so viele neue Eindrücke auf einmal können sehr ermüdend sein. Es ist Wahnsinn wie viel Schlaf ich hier brauchte und hin und wieder noch brauche. Ich denke besonders am Anfang ist es super anstrengend in einer anderen Sprache den ganzen Tag reden. Darauf war ich definitiv nicht vorbereitet.

Aber sobald du dir ein Umfeld aufgebaut hast, indem du dich wohl fühlst, erste Freunde kennengelernt hast und dein erstes Erfolgserlebnis in Hinblick auf die Sprache hattest, kann es doch nur bergauf gehen.

Die Freude über kleine Dinge wird riesig, denn nichts mehr ist selbstverständlich für dich. Sei es eine Person, die sich an deinen Namen erinnert, jemand der wirklich daran interessiert ist wie es dir geht, eine Einladung oder die erste Umarmung von einer neuen Freundin. Du wirst dich an diese Momente sehr gut erinnern können.

Außerdem wirst du im Laufe des Jahres selbständiger, denn du hast schon so viele Hürden gemeistert, dass du vor der nächsten Herausforderung  auch keine Angst mehr hast. Darauf solltest du stolz sein, denn das bedeutet du kommst in dem Land an und wächst als Person.

Natürlich lernst du auch ganz viel über dich. Es ist unglaublich wie viele deiner Gefühle und Werte auf deine Kindheit beziehungsweise Vergangenheit zurück zu führen sind. Oft realisieren wir nicht wie sehr wir von unserer Familie, Schule und Kultur geprägt sind bis wir total verschiedene Konzepte hautnah kennen lernen. Das führt natürlich auch zu gewissen Konflikten wie welche Schulform denn jetzt besser sei. Nachdem ich sehr an meinen Erfahrungen festgehalten habe, habe ich gelernt, dass es kein richtig und kein falsch für jene Fragen gibt. In beiden Kulturen kannst du deinen Platz finden und der mag in dem einen Land ganz anders aussehen als in dem anderen.

Für mich lohnt es sich auf jeden Fall die Phase der Verwirrtheit und des Unverständnis zu durchleben, denn letzten Endes lerne ich unglaublich viel über mich und meine Werte aufgrund der unterschiedlichen Kulturen. Ich war und bin bereit diese Erfahrungen zu machen um als Person zu reifen und vielleicht das Leben etwas mehr zu verstehen…aber ich kann dir nicht erklären wie es sich anfühlt hier zu wohnen.

Verrückt und normal. Abenteuerlich und alltäglich. Einfach und herausfordernd. Vielleicht wäre das ein guter Anfang um die Frage zu beantworten…

 

Ich kann nur eine Sache beantworten: Es ist eine einzigartige Erfahrung für jeden Austauschschüler/-student oder Weltenbummler. Du musst es selbst ausprobieren und herausfinden, was es für dich heißt im Ausland zu leben.

 

Wenn du Austauschschüler bist würde es mich wahnsinnig interessieren, ob du eine Antwort auf die Frage hättest. Schreib’s doch einfach in die Kommentare

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