Mein Auslandsjahr

Update: Basketball, Wandertag und Gedanken zur Mitte meines Auslandsjahrs

What happened…

Ich war bei einem Basketballspiel und  habe wieder den Highschool-Spirit stark erleben können. Besonders die Spiele gegen unsere Rivalen Highschool sind spannend und gut besucht. Ich hatte eher Probleme überhaupt einen Platz zu finden, der groß genug ist, dass ich auch atmen kann. Es hat super viel Spaß gemacht zu zu schauen, weil ich da doch mehr verstehe als Football. Basketball ist sozusagen das winterliche Pendant zu Football in Highschools.

Einmal bin ich auch zu einem Girls Basketballspiel gegangen um Fotos für das Yearbook zu schießen, was relativ schwer war bei so einem schnellen Sport. Nun ist schon die Hälfte des Schuljahres um und wir müssen uns so langsam sputen unsere Artikel und Seiten zu gestalten. Yearbook ist definitiv einer meiner Lieblingsklassen, weil es so entspannt ist und auf eine ganz eigene Art kreativ. Eine Seite habe ich schon fertig gestellt und freue mich schon, das komplette Buch dann schlussendlich in den Händen zu halten.

Ansonsten hatten wir natürlich weitere Schwimm Meets, aber da passiert eigentlich nicht großartig viel. Ich bin richtig, richtig schlecht, haha. Am Freitag habe ich aber meine neue Bestzeit geschafft. Das war ein kleines Erfolgserlebnis.

Oh, und ich hatte meinen ersten Wandertag von der Schule, besser gesagt von meinem Französischkurs.  Wir sind in ein Museum gefahren um uns Bilder aus dem Impressionismus anzugucken, weil wir da die ganze Zeit drüber reden. Ich finde das total interessant und finde es schön, dass sich da unsere Lehrerin engagiert mit uns über Künstler und Kunststile in Französisch zu lernen.  Wir sind mit dem Schulbus dort hingefahren und ich habe meinen Freunden erzählt, dass das das erste Mal sein wird, dass ich mit einem gelben Schulbus (exakt wie im Film) mitfahren werde. Meine Lehrerin hat das irgendwie mitbekommen und meinte nur: „Interessant zu wissen wovon ausländische Schüler so träumen“ 😉

In Französisch haben wir jetzt auch angefangen unser erstes Buch, Le Petit Prince, zu lesen. Mir macht es gerade super viel Spaß, wobei es auch viel Arbeit ist alles zu verstehen und zu lernen. Ich glaube mittlerweile, dass ich nicht nur mein Englisch von Zeit zu Zeit verbessere, sondern mein Französisch ist auch Welten besser geworden.

Das Wetter war die Tage so verrückt, dass wir tatsächlich zwei Tage schulfrei bekommen haben. Ich glaube, im Januar sind wir nicht ein einziges Mal die komplette Woche in die Schule gegangen, weil wir am Mittwoch auch Records Day hatten. Ich finde, das neue Jahr startet doch ganz gut…

Gedanken und Gefühle…

Mitte Januar ist die erste Hälfte meines Auslandsjahrs zu Ende gegangen. Um ehrlich zu sein, fühlt es sich richtig gut an, denn ich habe ungefähr ein Gefühl wie lang ich noch hier bleibe (weil es genauso lang ist wie ich schon in den USA bin) und ich weiß, wie viel sich noch ändern kann in dieser Zeit. Allgemein kann ich jetzt so viele Dinge viel besser einschätzen, weiß was auf mich zu kommt oder fühle mich auch wie ein normaler Schüler in der Schule und nicht „die Austauschschülerin“. Der Alltag fühlt sich zu 100 Prozent normal an. Diese Sicherheit des Alltags schätze ich sehr, denn es macht so vieles einfacher.

Ein anderer Vorteil ist, ich kann jetzt sagen „Ja, dieses Jahr komme ich wieder nach Deutschland“. Ich kann Pläne schmieden und träumen wie es ist zurück zu kommen. Doch im selben Augenblick bin ich verunsichert und traurig, dass ich dieses Leben hier verlassen muss und frage mich wie ich das Beste noch daraus machen könnte, mehr genießen kann, mehr unternehmen und mehr Erinnerungen schaffen, die mich mit Freunden hier verbinden können. Die Halbzeit meines Auslandsjahrs hat mich darüber nachdenken lassen wie ich denn mit meinen Freunden hier in Kontakt bleiben möchte. Das wird verdammt schwierig werden.

Das habe ich mir vorher nie so vorstellen können, aber es stimmt: irgendwann ist es so normal wie dein Alltag in Deutschland und da passiert nicht immer etwas Aufregendes. Als ich mir mein Auslandsjahr ein bisschen ausgemalt habe bevor ich bin, habe ich mir Gedanken gemacht wie es ist sich von Deutschland, Familie und Freunde zu verabschieden oder auch wie das Wiedersehen sein könnte, aber den Großteil, die Mitte des Schuljahres, habe ich mir nie vorgestellt (keine Ahnung warum). Darüber habe ich auch schon einmal in einem anderen Blogpost ein paar Gedanken aufgeschrieben.

Irgendwie kann ich für mich persönlich keine Nachteile finden, dass die Hälfte um ist. Die Zeit rennt unheimlich schnell, aber in einem Tempo in dem ich es trotzdem genießen kann und es sich gut anfühlt. Ich denke, dass das erste halbe Jahr (oder das erste Drittel) die schwierigste Zeit war, weil es mich sehr viel Energie gekostet hat mich an Dinge zu gewöhnen, daran zu arbeiten, dass ich mich wohl fühle, Freunde zu finden, Unterschiede zu akzeptieren und nicht zu bewerten und zu akzeptieren, dass ich hier eine „andere Marlene“ bin als in Deutschland. Für mich fühlt es sich wie eine Erleichterung an diese Zeit der Orientierung hinter mir zu lassen…

Deshalb freue ich mich unglaublich auf die zweite Hälfte meines Auslandsjahres!

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