Erfahrungen anderer Austauschschüler

#2 “Du bist der neue und derjenige, der auf die anderen zugehen muss!” -Charlotte in Frankreich

Heute kommt endlich der zweite Beitrag in meiner neuen Reihe, in der ich dir auch Erfahrungen anderer Austauschschüler vorstelle.

* Stell dich doch mal ganz kurz vor…
Hallo, ich bin Charlotte und verbringe gerade ein Austauschjahr mit YFU in Frankreich, genauer gesagt in der Auvergne.

*Wie lang bist du schon in deinem Austauschland? Wie lang wirst du dort bleiben?
Ich bin jetzt seit fast 4 Monaten da und bleibe noch bis Anfang Juli. Pünktlich zum heißen Sommer in Frankreich verschwinde ich also wieder 😉

*Wie ist deine Gastfamilie aufgebaut?
Ich habe einen Gastvater, der Spanischprofessor an der Uni war und eine Gastmutter, die Französischlehrerin war. Die beiden sind schon Mitte sechzig und in Rente. Theoretisch habe ich drei Gastbrüder, die zwei ältesten wohnen in Nordfrankreich und Mexiko mit ihren Familien, der dritte lebt bei uns und geht arbeiten. An Weihnachten war die Mutter meiner Gastmutter da, sie ist schon 94.

*Fühlst du dich zu Hause?
Ich fühle mich zuhause, was vor allem an meinen herzlichen Gasteltern liegt. Vom Stadtzentrum aufs Land ist für mich schon ein großer Unterschied.

*Hattest du schon mal Heimweh?
Richtige Heimwehattacken hatte ich noch nicht, ganz am Anfang dachte ich oft: Warum tust du dir das an? Nur um dann im nächsten Moment diesen Gedanken zu verwerfen. Weihnachten ging auch gut vorbei, einfacher als gedacht.

*Was ist eine komische Angewohnheit deiner Freunde oder Familie, die du nicht so schnell übernehmen wolltest oder auch nicht hast?
Eine komische Angewohnheit fällt mir so schnell nicht ein…vielleicht könnte ich hier die Bise, die Begrüssungsküsschen nennen. Ich wusste, dass mak das in Frankreich macht, aber manche machen zwei, manche machen drei, manche machen richtige Wangenküsse, andere wieder klatschen sich ab….ich weiss oft nicht, was genau ich machen soll.

* Hat sich bei dir schon eine neue Lieblingstradition etabliert?
Ich spiele hier in einer Mädchenmannschaft Fußball und immer wenn wir gewonnen haben (4/6 bis jetzt) singen wir nach dem Spiel in der Kabine. Das kannte ich nicht und dadurch, dass es immer dieselben Lieder sind ist es eine schöne Tradition.

* Bestes Essen?
Eindeutig Ratatouille von meiner Gastmutter und Mousse au chocolat! Jedoch gibt es wirklich viele leckere Gerichte hier!

* Was war die größte Challenge für dich bis jetzt?
Die größte Challenge war wahrscheinlich wirklich meinen Stundenplan und den Aufbau meiner Schule zu verstehen. Ich bin première, das entspricht der 11. Klasse, aber man kann sich auf Sciences, Litterature, oder Economie&Sociale spezialisieren. In meiner Klasse gibt es Ler und Ser somit habe ich fast nie mit meiner ganzen Klasse Unterricht und musste erst mal meine Gruppen finden (L/S, spanisch/deutsch, ungerade/gerade Woche…).

* Peinlichster Moment?
Der peinlichste Moment war definitiv, als mein Gastbruder von hinten den Kopf über seine Schulter gestreckt hat, nur um zu schauen was es zu sehen gibt und ich dachte, dass ich jetzt die Bise machen muss. Das war echt peinlich.

* Schönster Trip oder schönstes Erlebnis?
Der schönste Trip war wahrscheinlich Südfrankreich, Nîmes, Avignon und Montpellier sind wirklich wunderschöne Städte.
Ich glaube das schönste Erlebnis hatte ich im November mit meiner Mannschaft; wir hatten eine grottige erste Halbzeit gespielt und lagen kurz nach der Pause mit 5:2 zurück. Innerhalb von 20 min haben wir dann noch 4 Mal getroffen und gewonnen. Jeder hat geschrien, sich in die Zweikämpfe und Sprints geschmissen und wir haben uns gegenseitig angefeuert. Das war ein tolles Teamgefühl.

* Wie ist/war es für dich Anschluss zu finden in deiner Schule?
Ich denke der Schlüssel um Anschluss zu finden ist die Sprache. Am Anfang war ich noch in einer jüngeren Klasse, habe dann aber gewechselt weil sich keiner für mich interessiert hat und keiner mir bspw mit “das Klassenzimmer finden” geholfen hat. Deswegen habe ich gewechselt und jetzt läuft es besser. Es war nicht leicht Anschluss zu finden, aber es ist ein umso schöneres Gefühl, wenn man dann endlich Leute gefunden hat, mit denen man die Pausen verbringt.

* Wie hat das Auslandsjahr dich bis jetzt verändert?
Ich glaube, dass ich gerade durch die Sache mit dem Freunde finden, geduldiger und ruhiger geworden bin. Ich habe schätzen gelernt, was ich zuhause habe.

* Welchen Tipp würdest du einem zukünftigen Austauschschüler geben?
Du bist der neue und derjenige, der auf die anderen zugehen muss! Geduld und Durchhaltevermögen wären auch nicht schlecht. Es lohnt sich einfach nicht, nach dem ersten Rückschlag gleich aufzugeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.