Mein Auslandsjahr

Dinge, die vor dem Abflug passieren

Ich denke, wenn du selbst kein Auslandsjahr machst, hast du kaum eine Idee was es alles an Vorbereitung bedarf. Wenn dich das interessiert, stelle ich dir hier einige Dinge vor, die vor dem Abflug ins Ausland passieren müssen bzw. können… 😉

  1. Platzierungsunterlagen ausfüllen

Platzierungsunterlagen dienen der Organisation dazu, dich kennen zu lernen und stellen eine Basis für die Gastfamiliensuche dar. Unteranderem habe ich meine Familie, Freunde und Hobbys beschrieben und im Anschluss Bilder hinzugefügt. Ich musste auch einen langen Aufsatz verfassen, in dem ich schreiben sollte, was mich besonders geprägt hat in meinem Leben.

  1. Für Stipendien bewerben

Ich glaube, dazu muss ich nicht viel schreiben…Ich habe YFU als Organisation gewählt, weil sie viele verschiedene Stipendien haben und auch ein Stipendium anbieten, was sich nach der Bedürftigkeit der Eltern richtet.

  1. BaFög-Antrag stellen

Wenn man kein Stipendium bekommen hat oder zusätzlich zu einem Stipendium noch Unterstützung braucht, dann ist BaFög eine sehr gute Möglichkeit. Das Schüler-BaFög (muss man nicht zurückzahlen!) richtet sich nach dem Einkommen der Eltern. Ich habe ein hohes BaFög bekommen, was mich und meine Eltern sehr unterstützt. 🙂

  1. Englisch-Test

Um ins Ausland reisen zu können, haben manche Organisationen bestimmte Sprachtests, die man absolvieren muss. Für die englischsprachigen Länder ist es der ELTiS-Test.

  1. Vorbereitungstagung

Auf der Vorbereitungstagung haben uns ehemalige Austauschschüler (Teamer) in wechselnden kleinen Gruppen auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet. Größtenteils wollten sie uns mit Sinnbildern Methoden auf den Weg geben um mit kulturellen Unterschieden, Konfliktsituationen und anderen Schwierigkeiten zu Recht zu kommen. Um ehrlich zu sein habe ich da nicht viel Neues gelernt, aber ich fand es sehr schön neue unterschiedliche Leute kennen zu lernen. Mit drei Mädels habe ich immer noch Kontakt. Dafür war die Vorbereitungstagung richtig gut.

  1. Arztbesuche

So oft wie das Jahr vor meinem Auslandsjahr war ich, glaube ich, noch nie beim Arzt. 😉

Man muss für die Platzierungsunterlagen zum Arzt um nachzuweisen, dass man alle nötigen Impfungen für das Gastland hat und dass man kerngesund ist. Das kann man sich wie eine Vorschuluntersuchung vorstellen. Dazu gehört zum Beispiel auch eine Bescheinigung vom Zahnarzt, dass deine Zähne in Ordnung sind und nicht in regelmäßiger Behandlung sein müssen (während des Jahres), weil die Versicherung in den USA angefangene Behandlungen (wie eine Zahnspange) nicht übernimmt.

Das habe ich auch nochmal für die Schule in den USA gemacht, weil sie die Unterlagen von YFU nicht anerkannt hat, aber das ist eine Ausnahme. Normalerweise macht man das nur einmal 😉

Außerdem muss man sich vom Arzt sozusagen eine Genehmigung  (z.B. hier) ausfüllen lassen um verschreibungspflichtige Medikamente, die man mit in das Gastland außerhalb der EU nehmen möchte, durch den Zoll zu bekommen.

  1. Reisepass beantragen

Da ich noch kein Reisepass besaß, musste ich noch meinen Reisepass in der Gemeinde beantragen. Wenn du sowieso Fotos dafür machen lässt, kannst du auch gleich noch ein Foto für das Visum (extra Bestimmungen!) machen lassen, denn sonst muss man nochmal losrennen ;). Darauf hatte ich keine Lust, deshalb habe ich das Foto einfach selbst gemacht für mein Visum, aber die Qualität hat sehr darunter gelitten…

  1. Visum beantragen und abholen

Wenn du außerhalb Europas ein Auslandsjahr machst, brauchst du ein Visum (J1). Das habe ich mit dem SEVIS-Antrag, dem Formular DS-2019 und den entsprechenden Onlineformularen beantragt. Als ich das geschafft habe musste ich mein Visum in der amerikanischen Botschaft in Berlin (oder München oder Frankfurt) beantragen. Dabei wurden auch meine Fingerabdrücke genommen. Das Interview, vor dem ich mich erst bisschen gefürchtet habe, war eigentlich sinnlos:

„Du möchtest also ein Austauschjahr machen?“

„Yes“

„Gut. Dann schicken wir dir deinen Reisepass in 10 bis 14 Tagen zu.“

Eine Unterschrift auf dem DS-2019 Formular. Und das war’s.

 

  1. Versicherungen

Das praktische ist, wenn man sein Auslandsjahr mit einer Organisation macht, organisieren die dir gleich ein Versicherungspaket. Also da musste ich mich nicht so viel drum kümmern, weil sie das übernommen haben. Ich musste dann nur meine Krankenversicherungskarte ausdrucken (ja, das ist nur Papier) und die ganzen Hinweise und sowas durchlesen. Das läuft irgendwie alles bisschen anders als ich es in Deutschland gewohnt bin. Zum Beispiel bezahlt man über 300$, wenn man einfach so in die Notaufnahme/ Emergency Room reinspaziert, wenn die Verletzung nicht als „schlimm genug“ ist. Für mich ist das immer noch etwas verwirrend…

 

  1. Kontaktaufnahme mit Gastfamilie

Als erstes hat mich meine Hostmum per E-Mail angeschrieben. Dann haben wir immer mal wieder hin und her geschrieben und ca. 4 Wochen vorm Abflug haben wir auch einmal geskypt. Das Skype Gespräch fand ich persönlich viel sinnvoller um ein Gefühl für die mir noch fremden Menschen zu bekommen und es hat mir meine Sorgen bisschen genommen.

 

  1. Packen

Dann wurde es ernst: Ich konnte für ein ganzes Jahr meinen Koffer packen. Das stellte sich allerdings als sehr schwierig heraus aufgrund der Gewichtsbegrenzungen…aber auch das habe ich hinbekommen. Natürlich sollte man vorher Gastgeschenke, die irgendwas mit dir, deiner Familie oder Region zu tun haben, organisieren und mitnehmen.

 

Ich bin jetzt nicht auf das Auswählen der Organisation eingegangen, weil das auch super aufwendig ist. Das würde hier den Rahmen sprengen. 😉

Ich hoffe, du hast es etwas hilfreich gefunden und einen Einblick bekommen, was man alles so beachten muss bevor man ein Auslandsjahr macht.

Machst du auch ein Auslandsjahr oder hast vor eine längere Zeit im Ausland zu verbringen?

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